Der Aufzug plätschert

Nicht selten hinterlassen Störungsmeldungen durch Mieter im ersten Moment Fragezeichen im Kopf? Fragen wie „was meint er jetzt genau?“, „Hä, wie soll das gehen?“ bis hin zu „Was´n das für´n Quatsch, das kann ja gar nicht sein?“ stehen danach oft im Raum.
So auch bei der Meldung eines Mieters, dass der Aufzug des Hauses „plätschert“.

Okay, wie kann das sein? Ist das jetzt ein Aquarium aus dem während der Fahrten durch das Haus lustig das Wasser herausschwappt? Und wenn ja, was passiert, wenn sich die Türen öffnen? Werden die Mieter einfach hinausgespült? Egal wie, eine schlüssige Erklärung war auf die schnelle nicht zu erdenken, also gab es keine Alternative: ab ins Auto und anschauen.

Vor Ort angekommen also erst einmal rein in den Aufzug. Die Kabine des nicht einmal fünf Jahre alten Fahrstuhls war trocken, es gab auch keine Laufspuren von Wasser. Eigentlich ganz normal. Okay, es gab da dann doch diesen leicht muffigen Geruch, diese Mischung aus nassem Gestein und irgendetwas undefinierbarem. Aber hier plätscherte auch nichts. Nada…. nüscht zu hören. Klar, was sollte hier auch plätschern?

Wieder raus aus der Kabine und das Ding mal nach oben schicken. Die Türen schließen sich, der Aufzug fährt los und…. nichts. Kein Plätschern. Nur der auf der Kabine montierte Antrieb versprüht ein leises Surren. Aufzug wieder runter, alle Knöpfe drücken und alles noch einmal von vorne. Hatte ich erwähnt, dass ich im Erdgeschoss stand? Okay, dann jetzt. Der Aufzug fährt nun in den Keller. Wieder nichts, wieder kein plätschern. Die Türen schließen sich, die Kabine hebt sich vom Keller zurück ins Erdgeschoss und…. ES PLÄTSCHERT!!!

Okay, es hilft nichts, da muss ein Blick in den Aufzugsschacht her. Also Anlage stilllegen und im Keller die Schachttür öffnen. Und siehe da: im Aufzugsschacht steht Wasser. Und das gar nicht einmal so wenig. Schöner Mist. Spannend ist nur, dass sich an den Schachtwänden keine Wasserschlieren zeigen, nur Spritzer. Vermutlich vom Plätschern, aber was plätschert hier eigentlich? Vom Dach kommt das Wasser schon einmal nicht.

Am Aufzug hängt eine Kabelschleppe, welche die Kabine mit allen notwendigen Geschichten wie Strom etc. verbindet. Fährt der Aufzug in den Keller, tauchte die Schleppe ins Wasser und tropfte bei anschließender Aufwärtsfahrt dann lustig plätschernd wieder ab.

Das Wasser musste raus, also den Wassersauger geholt und trocken gemacht.

Nach reichlich Suchen stellte sich dann später heraus: eine defekte Pumpe im Heizungskeller war schuld. Diese stand in einem Pumpensumpf, in den sich regelmäßig der Trinkwasserfilter rückspülte. Vollautomatisch und mit nicht mal wenig Wasser. Und so wurde gespült und gespült, aber nicht weggepumpt. Das Wasser suchte sich dann seinen Weg zwischen Bodenplatte und Estrich bis hin zur bestmöglichen nächsten Vertiefung: dem Aufzugsschacht. Die kaputte Pumpe für 250 Talerchen verursachte so einen Wasserschaden von mehreren Tausend Euro, da auch Bautrockner über Wochen eingesetzt und Putzschäden ausgebessert werden mussten.

Was lernen wir daraus? Immer wieder mal die Pumpen auf Funktion prüfen!

Bild: Symbolbild – Bild von Peter H auf Pixabay